Ernährung im AlterÄltere Menschen benötigen nicht grundsätzlich einen gesonderten Speiseplan. Die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sind für Jung und Alt gleich. Frisches Obst, Gemüse und Vollkorn-Getreideprodukte sollten häufig gegessen werden, Fleisch, fett- und zuckerhaltige Lebensmittel dagegen nur in Maßen. Außerdem rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), täglich Milchprodukte aufzutischen, sowie einmal pro Woche Seefisch.

Im Alter kann es zu Funktionseinschränkungen von Organen kommen, die Einfluss auf die Ernährung nehmen können und bei der Auswahl der Lebensmittel berücksichtigt werden sollten. Unter anderem verändern sich die Knochendichte und die Skelettmuskulatur, was zu einer Osteoporose führen kann. Der Energiebedarf ist geringer als in jungen Jahren. Wird dies nicht berücksichtigt, kann Übergewicht entstehen. Das Kauen kann Schwierigkeiten bereiten, da die "dritten Zähne" häufig nicht so funktionstüchtig sind wie die zweiten. Häufig behindern Schluckstörungen, Entzündungen der Speiseröhre oder des Magens die Nahrungsaufnahme alter Menschen. Nährstoffe, vor allem Vitamine, werden nicht mehr so gut resorbiert.

Da aber der Nährstoffbedarf mit dem Älterwerden nicht sinkt, kommt es häufig zu einer Mangelversorgung bestimmter Vitamine und Nährstoffe, besonders der Vitamine C, B6, B12, E, D3 sowie Folat, Kalzium, Magnesium, Eisen, Jod und Zink. Während der erforderliche Bedarf z. B. von Vitamin C noch recht gut durch den vermehrten Genuß von frischem Obst, Gemüse und Säften gedeckt werden kann, ist dies bei anderen, z. B. Vitamin D sowie Folat, eher schwierig. Die Fähigkeit, genug Vitamin D über die Haut zu produzieren, nimmt im Alter ab, viele ältere Menschen kommen dazu noch wenig ans Tageslicht. Die DGE sieht deshalb eine stärkere Notwendigkeit des Einsatzes eines Vitamin D-Präparats. Vitamin D spielt eine zentrale Rolle in der Gesunderhaltung von Knochen, Muskeln und Zähnen. Studien ergeben zusätzlich, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Risiko für chronische Erkrankungen verbunden sind, wie beispielsweise Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Folat ist bedeutsam für alle Wachstumsprozesse, bei denen Zellteilungen stattfinden (ein vermindertes Zellwachstum verursacht die Schwächung und die Entzündung von Gewebe), trägt zu einer normalen Blutbildung, Aminosäuresynthese und psychischen Funktionen bei und ist bei der Senkung der Homocysteinkonzentration im Blut beteiligt. Homocystein ist eine Aminosäure, die im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen diskutiert wird. Nicht nur bei alten Menschen zeigt sich aber, trotz vermehrter Hinweise z. B. der DGE sowie des Angebots von mit Folsäure angereicherten Lebensmittel, ein Folsäuremangel.

Doch nicht nur körperliche Veränderungen, auch die Einnahme von Medikamenten beeinflusst, wie viel Senioren essen und in welchem Umfang Nährstoffe verwertet werden. Bestimmte Medikamente können beispielsweise Verstopfungen verursachen. Da ältere Menschen oft nicht genügend Ballaststoffe und Flüssigkeit aufnehmen, wird das Thema Darmgesundheit im Alter besonders wichtig. Eine gesunde und ausgeglichene Darmflora ist die Basis für einen gesunden Organismus. Daher ist es auch so wichtig, die Darmflora durch eine ausgewogene Ernährung, einen gesunden Lebensstil und eine angemessene Ergänzung mit Probiotika und Präbiotika zu stärken und gesund zu erhalten.