AngstAuszug aus einem Fachartikel von Kaitlyn Zorn, ND(Naturopathic Doctor) aus Kanada.

Angst ist ein normales menschliches Gefühl, dass jeder von uns kennt und uns hilft, in Gefahrensituationen angemessen zu reagieren. Bei nicht wenigen Menschen nehmen Angstgefühle jedoch einen zu großen Raum ein und entwickeln sich zu einer ernsthaften psychischen Erkrankung, die Auswirkungen auf die Lebensqualität und weitere Aspekte des Lebens hat.

Symptome von Angstzuständen können übermäßige Besorgnis, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit), Muskelverspannungen (Nacken/Schultern), Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzklopfen, Konzentrationsschwierigkeiten und gastrointestinale und andere psychosomatische Beschwerden sein.

Angst kann in verschiedene Kategorien unterteilt werden, nämlich in generalisierte Angststörung, soziale Angststörung, Phobien und Panikstörung.

Es ist wichtig, Angst richtig zu diagnostizieren, da es zahlreiche andere Erkrankungen mit den gleichen Symptomen gibt.

Ursachen für Angststörungen

Aus klinisch-naturheilkundlicher Sicht kann Angst als Folge von Entzündungen, suboptimaler Schilddrüsenfunktion, hormoneller Schwankungen, chronischer Schmerzen/Fibromyalgie, Blutzucker-Ungleichgewichten, endokriner Ungleichgewichte wie Erschöpfung der Nebennieren und weiteren Erkrankungen auftreten.

Psychologisch kann Angst aus ungünstigen kindlichen Ereignissen wie Traumata oder veränderten Denkmustern heraus entstehen.

In Studien wurde dokumentiert, dass ein Mangel an bestimmten Makronährstoffen (Eiweiß, gesunde Fette) zusammen mit Mikronährstoffen (B-Vitamine, Magnesium und Eisen) auch Angstsymptome hervorrufen kann.

Betroffene sprechen oft gut auf natürliche Behandlungen wie Pflanzenheilkunde, Nahrungsergänzungsmittel und Änderungen des Lebensstils an.

Behandlungsansätze aus der Pflanzenheilkunde

Die Passionsblume führte bei Patienten mit generalisierter Angststörung zu einer Verringerung der Angst.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gilt als Nervensystem-Tonikum, Karminativum, Sedativum, Antidepressivum und krampflösendes Mittel.

Es hat sich gezeigt, das Lavendel sowohl in Form eines innerlich angewendeten Nahrungsergänzungsmittels als auch als Aromatherapie hilft, Angstsymptome zu reduzieren.

Adaptogene Kräuter sind hilfreiche Instrumente zur Angstbewältigung. Die Schlafbeere (Withania somnifera) bspw. wirkt als Tonikum für das Nervensystem, Adaptogen, Entzündungshemmer und Beruhigungsmittel. Es gibt mehrere Studien, die die Antistress- und Anti-Angst-Eigenschaften der Schlafbeere untersucht haben.

Panax-Arten (Ginseng und Quinquefolium) sind Adaptogene und Nervensystemrelaxantien/Tonika. Es ist jedoch zu beachten, dass Panax Ginseng für einige Personen zu anregend sein kann.

Ernährung und Lebensmittelunverträglichkeiten

Es gibt Zusammenhänge zwischen Angst und Stimmungsstörungen bei Menschen, die sich schlecht ernähren und wenig Obst und Gemüse, aber viel verarbeiteten Zucker und Fette zu sich nehmen.

Eine oft übersehene diätetische Intervention zur Behandlung der psychischen Gesundheit ist die Erhöhung des Proteingehalts. Eiweißreiche Nahrungsmittel sind reich an B-Vitaminen, die eine gesunde Produktion von Neurotransmittern unterstützen. Neben der Unterstützung von B-Vitaminen durch Proteine haben sie auch eine blutzuckerstabilisierende Wirkung. Zusätzlich zur Aufnahme von mehr Nahrungsproteinen sollten auch andere blutzuckerstabilisierende Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an gesunden Fetten und Vollkornkohlenhydraten aufgenommen werden.

Lebensmittel, die reich an Proteinen und B-Vitaminen sind, sind magere tierische Produkte (Eier, Huhn, Truthahn, Käse), Hülsenfrüchte und Nüsse/Samen.

Ähnlich wie bei Entzündungen legt die Forschung ebenfalls nahe, dass die Reduzierung von Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten auch Angstsymptome positiv beeinflussen kann. Häufige Kandidaten für Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten sind Milchprodukte, Weizen, Soja, Eier, Zucker, Koffein, Alkohol, Zitrusfrüchte und Nachtschattengewächse.

Nahrungsergänzungsmittel

Beobachtungsstudien haben eine Korrelation zwischen niedrigeren Omega-3 -Fettsäuren und höheren Omega-6 (n-6)-Werten mit Entzündungen und Depressionen in Verbindung gebracht. Das Verhältnis von EPA:DHA-Fettsäuren sollte mindestens 2:1 betragen, um einen Nutzen für die psychische Gesundheit zu bieten.

Es hat sich gezeigt, dass auch die Darmgesundheit, durch die Interaktion des Darmmikrobioms mit der Gehirnfunktion, eine Rolle spielt, weshalb die Einnahme von Probiotika eine ergänzende Unterstützung sein kann.

Andere erwähnenswerte Ergänzungen sind B-Vitamine, insbesondere Vitamin B₆, Magnesium, Multivitamine, GABA und L-Theanin. Ein Multivitaminpräparat könnte bei Personen mit unausgewogener Ernährung nützlich sein.

Der Einsatz dieser Maßnahmen in Kombination mit Psychotherapie, Bewegung und anderen Geist-/Körper-Therapien bietet einen umfassenden naturheilkundlichen Ansatz zur Behandlung von Angststörungen.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel dargestellten Informationen sind nur für allgemeine Informationszwecke bestimmt und stellen keine medizinische Beratung dar. 

Link zum Originaltext mit Literaturangaben:

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