Nahani Work-Life-BalanceAuszug aus einem Fachbeitrag von Dr. Krysten DeSouza, ND (Natural Doctor) aus Kanada

Viele Menschen wünschen sich, ihre alltäglichen Verpflichtungen mit mehr Gelassenheit bewältigen zu können und sich ausgeglichener und entspannter zu fühlen. Das innere Gleichgewicht im Leben zu finden ist eine sehr individuelle Sache und kann für jeden einzelnen völlig unterschiedlich aussehen. Der Weg dorthin erfordert viel Selbstreflexion, Ehrlichkeit und Geduld mit sich selbst, während Veränderungen zu neuen Gewohnheiten werden. Man sagt, dass es 21 Tage dauert, eine alte Gewohnheit aufzugeben und 21 Tage, um sich eine neue anzueignen. Dies bedeutet, dass man innerhalb von drei Wochen in eine von zwei entgegengesetzte Richtungen steuern könnte.

Der erste Schritt zu mehr Ausgeglichenheit sollte damit beginnen, sich etwas Zeit zur Selbstreflexion und zum Nachdenken über verschiedene Aspekte des eigenen Lebens zu nehmen:

Rollen: Alle Wörter auflisten, die uns beschreiben und sich all der verschiedenen Rollen bewusst werden, die wir inne haben. (z.B. Schwester, Mutter, Freundin, Sportler, Koch, usw.)

Prioritäten setzen: Sich klare Ziele setzen für jeden Tag und nicht versuchen, Dinge zu tun, die nicht auf dieser Liste stehen. Zu viele Punkte auf der Tagesordnung machen den Tag hektisch, lassen uns weniger effektiv arbeiten und früher erschöpft fühlen. Wenn man eine angemessene Zahl von Aufgaben pro Tag plant, gibt es uns das positive Gefühl, etwas geschafft zu haben und produktiv zu sein.

Delegieren: Tun, was immer nötig ist, um die Fristen einzuhalten. Dinge, die nicht unbedingt von uns selbst erledigt werden müssen, kann jemand anders tun. Man sollte sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten, wenn sie gebraucht wird (und daran denken, dankbar zu sein, selbst wenn die Aufgabe nicht genau so ausgeführt wurde, wie wir sie selbst erledigt hätten).

Im Voraus planen: Hier bewahrheitet sich das alte Sprichwort „was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen“; Dinge heute organisieren, um uns am nächsten Morgen eine Menge Hektik zu ersparen (z.B. Mittagessen vorbereiten, die Sporttasche packen, Kleidung bereitlegen).

Geduld mit sich selbst haben: 90 % jeder Erfahrung macht die eigene Wahrnehmung aus. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich und es ist wichtig, darauf flexibel reagieren zu können, um sich nicht entmutigt zu fühlen. Wenn man mit sich selbst unzufrieden ist, weil man nicht schneller arbeitet oder sich besser konzentriert, dann scheint der ganze Tag schlecht zu laufen. Es funktioniert besser, wenn man sich immer nur eine Sache vornimmt und immer daran denkt, tief durchzuatmen, wenn man sich überwältigt fühlt.

Das Gleichgewicht beginnt jedoch nicht nur mit einem klaren Kopf. Wirkliche Ausgeglichenheit kommt von innen, weshalb wir uns immer um folgende körperlichen Aspekte kümmern sollten: die Darmflora, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und den Schlaf.

Wir alle kennen die Redewendung „Du bist, was Du isst". Und wirklich, wir sollten daran denken, dass wir nur so gut sein können, wie die Bakterien, die in uns leben. Weil 75 % unseres Immunsystems in unserem Verdauungstrakt lebt, können wir auch nur das aushalten, was unsere Darmflora aushalten kann. Wenn unsere Darmflora gesund ist, können wir zuversichtlich sein, dass die Nährstoffe, die wir zu uns nehmen, richtig verdaut und vom Körper absorbiert werden.

Unsere nächste Herausforderung ist deshalb eine ausgewogene Ernährung mit den richtigen Anteilen an Eiweiß, Kohlehydraten, Fetten und Mikronährstoffen. Nahrung ist unser Treibstoff (und unsere Medizin!).

Unser Körper besteht zu 50-75 % aus Wasser. Wenn wir dehydriert sind, beginnen sich die Körperprozesse  zu verlangsamen und ineffizient zu funktionieren. Das Flüssigkeitsgleichgewicht ist eine Schlüsselkomponente der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Regelmäßige körperliche Betätigung wirkt sich postiv auf unsere Stimmung aus, stärkt den gesamten Körper, verbessert die allgemeine Fitness und reduziert das Risiko für chronischen Leiden wie z.B.Herzerkrankungen, Diabetes oder Depressionen.

Der Schlaf ist oft das Grundbedürfnis, das zu kurz kommt bei Menschen, die unter Zeitdruck stehen. Wir benötigen durchschnittlich 8 Stunden Schlaf pro Nacht, dies variiert aber von Mensch zu Mensch. Ausreichend Schlaf ist lebensnotwendig, denn es laufen Regenerierungsprozesse beispielsweise des Immunsystems ab.

Sogar die kontaktfreudigste Person braucht hin und wieder Zeit für sich allein. Und auf der anderen Seite tut selbst einem introvertierten Menschen ein Abend unter Leuten gut. Gleichgewicht in unserem gesellschaftlichen Leben ist ein wichtiger Bestandteil des inneren Gleichgewichts.

Alle Dinge, die wir während des Tages tun, sehen weniger nach Pflicht aus, wenn wir sie nicht allein erledigen müssen. Laufen in einer Gruppe ist das perfekte Beispiel einen Weg zu finden, Teil einer Gruppe zu sein und gleichzeitig ausreichend Bewegung zu bekommen.

Oft Lachen. Lieblingszitate zur Aufmunterung auf eine Visitenkarte schreiben und in die Geldbörse stecken. So können wir uns immer daran erinnern, in stressigen Situationen cool zu bleiben. Hilfreich ist ebenfalls,sich mit Menschen zu umgeben, die uns inspirieren und aufmuntern. Wichtig ist auch sich selbst nicht zu Ernst zu nehmen und den Humor nicht zu verlieren.

Im Moment leben. Konzentrieren wir uns auf das, was wir gerade tun. Pläne machen für die Zukunft ist ok, aber nur so weit, dass es uns hilft, durch die Dinge, die wir heute tun, die gewünschte Richtung anzusteuern. Dies hilft nicht nur dabei, die Dinge richtig anzugehen, es reduziert auch die gewaltige Bürde, die man fühlt und kann das Stresslevel signifikant verringern. Ein letzter Ratschlag für heute, nicht vergessen zu atmen!

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