Die Vorteile saisonbewusster Ernährung
Auszug aus einem Fachbeitrag von Dr. Melissa J. Cornish, Kanada
Ernährung im Einklang mit den Jahreszeiten
Bevor es Supermärkte in jeder Stadt gab, erzeugten die Menschen ihr Essen in der Regel selbst. Nachbarn mögen miteinander gehandelt haben, wenn jemand von einem Lebensmittel einen Überschuss hatte, aber soweit praktikabel, wurden Nahrungsmittel für spätere Verwendung eingelagert. Die Bewegung weg vom saisonalen Essen begann mit dem Einwecken von Obst und Gemüse und verlängerte die Ess-Saison einer Vielzahl von Lebensmitteln, die sonst in kurzer Zeit verderben würden.
Nahrungsmittel in der Zeit zu essen, in der sie natürlich reifen, unterstützt nachweislich einen gesunden Stoffwechsel, der mit dem Wechsel der körperlichen Aktivität dank wechselnder Jahreszeiten übereinstimmt. Das gilt in besonderem Maße bei Ernährung aus lokal angebauten Nahrungsmitteln, da die Jahreszeiten von Region zu Region variieren.
Saisonales Essen aus ayurvedischer Sicht
Dies ist auch eine der zentralen Überzeugungen einer sehr alten Lebensweise, bekannt als Ayurveda. Ihr Ziel ist, das Leben mit weniger Stress zu leben und körperlich und emotional ausgeglichen zu sein. Saisonales Essen ist ein integraler Bestandteil von Ayurveda, weil es unsere Verbindung zur Natur annimmt, wodurch ein natürliches Gleichgewicht entsteht.
Ayurveda, oft als die Autorität für saisonale Ernährungsgrundsätze zitiert, definiert drei Ernte‑Jahreszeiten in der nördlichen Hemisphäre:
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Frühjahr – März bis Juni
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Sommer – Juli bis Oktober
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Winter – November bis Februar
Jede Erntezeit hat bestimmte Lebensmittel, die unsere Ernährungsbedürfnisse erfüllen und uns helfen, von der aktuellen Jahreszeit in die nächste hinüberzuwechseln.
Die Jahreszeiten und ihre Wirkung auf unseren Stoffwechsel
Sommer: Leichtigkeit und Mineralstoffausgleich
Sommer ist die Zeit, in der viele Gemüsesorten geerntet werden. Die meisten davon sind hitzeverträglich und enthalten Mineralstoffe, die oft durch Schweiß und Anstrengung verloren gehen. Beispiele dafür sind Mais, Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten und Kürbis. Sommerobst enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, wie z. B. Vitamin C und Magnesium, die das Immunsystem stärken und unserem Körper helfen, der Hitze des Sommers standzuhalten.
Winter: Energie speichern und regenerieren
Sobald die Tage kürzer und kühler werden, verlangsamt sich unser Stoffwechsel. Während des Sommers konnte man praktisch allein von Obst und Salaten leben, aber die scharfe Winterluft bewirkt einen kräftigeren Appetit. Der Körper scheint instinktiv zu wissen, dass die Pfunde, die während der ganzen Sommeraktivitäten verloren gingen, für den Winter wieder zugelegt werden müssen.
Das Eiweiß und Fett vom vermehrten Fleischkonsum in dieser Jahreszeit helfen, uns warm zu halten, indem sie dem Körper einen langsam verbrennenden Kraftstoff liefern, der uns für längere Zeit nährt als nur Obst und Gemüse. Längere Verdauungsprozesse bewirken, dass wir uns auch ein wenig langsamer bewegen, genau wie der Rest der Natur. Der Winter ist eine Zeit der Ruhe und des Wiederaufbaus. Die Nächte sind länger und ermutigen zu weniger Aktivitäten und zu mehr Schlaf. Es ist eine großartige Zeit, um sich vom Aktionismus des Sommers zu erholen.
Frühling: Reinigung und Neubeginn
Den Frühling beginnen wir dann mit einem ausgeruhten und erholten Körper. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz und die Vorbereitung auf das schnellere Tempo des Sommers. Frühlingsgrüne Pflanzen und Zitrusfrüchte sind sehr alkalisierend und die besten Lebensmittel zum Entgiften des Körpers.
Überschüssiges Gewicht, das den Winter über gespeichert war, wird allmählich verbrannt, da die saisonale Ernährung mehr frisches Obst, Gemüse und Fisch sowie weniger Fleisch, Nüsse und Brot enthält. Frühe Frühlingsgemüse wie Erbsen und Bohnen sind reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen und unterstützen unseren Körper beim Übergang vom häufigeren Fleischverzehr im Winter zur Sommerernährung. Sie sind leicht verdaulich, ohne allzu viel Körperwärme zu erzeugen, während sie dem Körper genug Protein zur Verfügung stellen, um die Muskeln zu stärken, die jetzt wieder vermehrt gebraucht werden.
Warum ist saisonales Essen so wertvoll?
Nichts Schlimmes wird geschehen, wenn wir mal ein Nahrungsmittel außerhalb der Saison essen, aber einige ziemlich erstaunliche Dinge werden passieren, wenn wir uns entscheiden, häufiger saisonal zu essen. Zu den Vorteilen des saisonalen Essens gehören mehr Energie, besserer Schlaf, weniger Verdauungsprobleme, leichteres Gewichthalten, erhöhte Immunabwehr, positive Stimmung und ein allgemeines Wohlgefühl.
Saisonale Ernährung sinnvoll ergänzen
Eine Ernährung im Einklang mit den Jahreszeiten bildet eine stabile Grundlage für das allgemeine Wohlbefinden, Energie und innere Balance. Doch nicht immer lassen sich alle Bedürfnisse allein über saisonale Lebensmittel abdecken – etwa bei erhöhtem Bedarf an Mineralstoffen im Sommer, an regenerierenden Nährstoffen im Winter oder bei der Unterstützung von Verdauung und Stoffwechsel im Frühling.
In solchen Phasen kann es sinnvoll sein, die saisonale Ernährung gezielt und bewusst zu ergänzen. Hochwertige Mikronährstoffe, pflanzliche Extrakte oder ausgewählte Fettsäuren können dabei helfen, den Körper in seinem natürlichen Rhythmus zu begleiten ohne ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen.
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