Mann zeigt Daumen nach unten wegen Inkontinenz

Männer können ebenso wie Frauen im Alter an Blasenschwäche leiden. Wenn Husten, Niesen, Lachen und schweres Heben zum Problem werden, schweigen Betroffene oft aus Scham.

Unfreiwilliger Urinverlust beim Mann ist nach wie vor ein Tabuthema. Dabei hat bereits ein Viertel der Männer über 40 Jahre Erfahrung mit unwillkürlichem Urinverlust. Viele schweigen jedoch darüber und scheuen sich, zum Arzt zu gehen. Es stehen jedoch einige Möglichkeiten zur Verfügung, um wieder an Lebensqualität zu gewinnen. Zudem können Männer mit kleinen Veränderungen im Lebensstil und natürlichen Mitteln sehr viel dazu beitragen.

Wie äußert sich Inkontinenz beim Mann?

Die Inkontinenz beim Mann kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen.

  • So verliert er beispielsweise anfangs nur beim Husten, Niesen, Lachen oder bei Anstrengungen unwillkürlich geringe Mengen Urin.
  • Manche Männer verspüren einen starken und häufigen Harndrang oder können diesen nicht mehr rechtzeitig kontrollieren.
  • In fortgeschrittenen Fällen der Inkontinenz kommt es manchmal sogar zu nächtlichem Einnässen.

Welche Formen der Inkontinenz gibt es?

Man unterscheidet mehrere Formen der Inkontinenz:

  • Stressinkontinenz oder Belastungsinkontinenz: Die Inkontinenz tritt auf, wenn der Druck im Bauchraum erhöht ist – etwa beim schweren Heben, Husten oder Niesen.
  • Dranginkontinenz: Hier kommt es zu einem plötzlichen und starken Harndrang, den der Mann oft nicht mehr kontrollieren kann. In diesem Fall spricht man auch von einer überaktiven Blase.
  • Überlaufinkontinenz: Bei dieser Form wird die Blase beim Urinieren nicht vollständig entleert. Der überschüssige Urin tritt oft unmittelbar nach dem Toilettengang aus.

Es gibt auch Mischformen dieser Inkontinenzen.

Welche Ursachen für Inkontinenz beim Mann gibt es?

Ursache für eine Stress- oder Belastungsinkontinenz ist oft eine schwache Beckenbodenmuskulatur. Das kann auch bei Männern bei körperlichen Belastungen auftreten, ist jedoch bei Frauen häufiger der Grund für eine Blasenschwäche.

Zu den häufigsten Ursachen der Blasenschwäche beim Mann zählt eine vergrößerte Prostata. Diese ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses, kann aber erhebliche Probleme beim Wasserlassen bereiten.

Männer empfinden wie Frauen eine Blasenschwäche meist als sehr einschränkend in ihrer Lebensqualität. Radtouren, Wandern, Ausgehen – nahezu alle Aktivitäten werden bei einer Blasenschwäche zum Problem, vor allem dann, wenn man sich nicht sicher ist, ob in der Nähe überhaupt eine Toilette vorhanden ist. Eine fachliche Begleitung kann aber neue Perspektiven im Alltag eröffnen.

Was tun, wenn man(n) inkontinent wird?

Zunächst ist eine fachgerechte Diagnostik notwendig. Nur wenn die Ursachen bekannt sind, kann die richtige Maßnahme bei einer Blasenschwäche ergriffen werden.

Für Männer ab dem 45. Lebensjahr ist eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung empfehlenswert.

Je nach Situation kann es unterschiedliche Wege geben, mit den Beschwerden umzugehen. Die Therapie ist meist eine Kombination aus medizinischen Maßnahmen und einer Veränderung des Lebensstils. Ergänzend zur ärztlichen Betreuung greifen manche Männer auf natürliche Begleitprodukte zurück.

  • Beckenbodentraining: Mit gezielten Übungen lässt sich der Beckenboden trainieren, was den Urinverlust verbessern kann. Ein angenehmer Nebeneffekt: Eine starke Beckenbodenmuskulatur kann auch das Liebesleben fördern.
  • Getränke: Verzichten Sie auf harntreibende Getränke und solche, die Ihre Blase reizen, wie Kaffee, Alkohol oder kohlensäurehaltige Getränke!
  • Speisen: Scharfe Speisen wie Chili, Pfeffer, Ingwer oder stark säurehaltiges Obst und Gemüse sollten ebenfalls gemieden werden, da sie die Blase unnötig reizen können.

Hilfsmittel: Für Männer gibt es diskrete Hilfsmittel bei Inkontinenz, die den Urinverlust auffangen. Diese schließen Urin und Geruch sicher ein und sind von außen nicht sichtbar.

Mann beim Beckenbodentraining gegen Inkontinenz

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Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel dargestellten Informationen sind nur für allgemeine Informationszwecke bestimmt und stellen keine medizinische Beratung dar.